Sep 3 2010

traumtod 9.0

a44_wittenEigentlich sollte jetzt der Artikel “Ficken schmeckt nach Johannisbeeren” kommen, der wird aus aktuellem Anlass allerdings auf den nächsten Eintrag verschoben.

Ja ja, was soll sonst wohl noch kommen um mich weiter dazu zu ermuntern, anstatt eines Blogs wieder eine Website ins Netz zu stellen…?

Richtig, etwas schnelleres, einfacheres und trotzdem ansrpuchsvolles in Form eines umfangreicheren Blogs. traumtod 9.0 wird dieses mal voraussichtlich nicht mehr schwarz sein.
(Erste Designgehversuche sind ja hier schon unschwer zu erkennen…)

Es wird also wieder etwas Neues, besseres, umfangreicheres und total tolles geben. Seien wir also gespannt…

Der Relaunch wird nicht an einem Tag durchgezogen, sondern alle paar Tage werden zwischendurch ein paar Änderungen/Neuerungen online sehen.buskerfest_biedenkopf
Ab und zu reinsehen lohnt sich also.

 Und wenn wir schon dabei sind: ich habe endlich mal RSS-Feed- Buttons online gebracht. Wer nicht weiß, was das ist:
http://de.wikipedia.org/wiki/RSS. Desweiteren gibt es jetzt auch die Möglichkeit, aktuelle Einträge oder die ganze traumtod-Seite auf Facebook zu adden, bzw. sein Gefallen daran zu bekunden. Da ich selbst Facebookuser bin, würde ich mich natürlich darüber freuen!
[(Danke Sonja, Du warst die Erste. ;-)]

Zuletzt noch ein Hinweis auf das
Buskerfest Biedenkopf
am kommenden Wochenende (also morgen): wer will, kann sich gern mal blicken lassen - einige ziemlich fitte Musiker werden da auftreten, und das völlig kostenlos!
Bei Interesse: einfach für weitere Informationen auf’s Bild klicken (cooles Plakat, wa?).

Übrigens: Plakate dürfen gerne geklaut werden und werden noch vor Ort handsigniert… ;-)

Falls noch jemand Anregungen für die Umgestaltung des ollen Traumtod hat - immer her damit!

Bis dahin: schönes Wochenende!


Aug 12 2010

Pivo! Pivo! Pivo!

profil_neu(Vorneweg möchte ich hier erstmal loswerden, dass der folgende Text ein Auszug aus meiner letzten -längeren- Email an einen meiner treuesten Freunde, einer meiner Vorbilder, Wegweiser und -gefährten ist.
Mein Bruder.
Der, den ich nie hatte.
Den gleichen Kram nochmal in irgendeiner anderen Form runter zu schreiben würde mich wahnsinnig machen.
Ein bisschen mehr als sowieso schon.)

____________________________________________
Thias, BrotherI’m back.
Was soll ich sagen/schreiben…
Kroatien war einfach GEIL!
‘N anderes Wort gibbet dafür nich’.
(Okay, doch.
Sowas wie schön, phänomenal, umwerfend, gigantisch, traumhaft, klasse…)

dsc_8856-kopieSpontan hat uns zwischendurch aber die Idee übermannt später nach Slowenien
zu fahren und da noch zu campen. War ‘ne Bierlaune.
Kam irgendwie, als wir mit’m Boot zu einer Insel gerudert sind.
Auf der Hinfahrt saß ich vorne.
Drei Mann in einem Boot.
Ein Kanu.
Leichter bis mittelschwerer Seegang.
Die Hölle.
Ich wollte gerne kotzen, aber konnte nicht.
Hab mich zu sehr auf den blauen Boden konzentrieren müssen.
Ich hab nix gegen Boote, kein Problem damit.
Aber mit drei Mann in einem Kanu bei geschätzten… keine Ahnung - das
war… innovativ. Jedenfalls von den Bewegungen im Boot.
Wahrscheinlich hatten wir im Boot mehr Seegang als draußen.

Auf der Insel angekommen hab ich erstmal einen Schatz gehoben: ich hatte ‘ne
Tüte Bier mit.
Irgendeiner muss ja mitdenken.
 
Ein bisschen schnorcheln, ein paar Kippen rauchen, die scheiß Möwen
beleidigen und knapp an einem vorbei kacken lassen, dann sicher den
Mittelfinger zeigen - hätte auch anders ausgehen können - und sich gut
fühlen.
Sonnenbrand holen, weil man zu blöd und versoffen ist die Sonnenmilch
dsc_8864mitzunehmen. Hat sich aber gelohnt: ich hab keinen einzigen Pickel mehr.
Die trauen sich nicht mehr.

Obligatorisch ein paar Fotos und Videos machen, die Jungs um die Insel
schwimmen lassen und dann auf Idee kommen, dass Slowenien auch total toll
ist und wir da auf jeden Fall auch noch hin müssen.

Bzw. den ANDEREN kam die Idee. Ich wollte nicht. Wurde überstimmt.
Mein Gefühl hatte Recht behalten.
Slowenien war scheiße.
Zu viele Ausländer.

Im Ernst: Slowenien ist nix zum urlauben.
Jedenfalls nicht an der Küste, die maximal 30 Meter lang ist und an der ALLE
campen.
Wir wussten nicht, ob wir Angst um unser Gepäck, unsere zwei Wertgegenstände
- drei Dosen Bier - oder um unseren Arsch haben sollten.
Also sind wir nach einer Nacht wieder gefahren.
Nach Österreich.

Zum Glück kam beim Abreisen ein Unwetter auf.
Das machte die 15-Stunden-Fahrt ein bisschen abwechslungsreicher.
Vor allem bergab.
Und entschädigte für die Nacht am Hafen, an dem durchgehend Container
verladen wurden.
Aber das Meer war schön dicht.
Algen waren’s jedenfalls nicht.
Wahrscheinlich gibt’s für das, was ich da im Wasser gesehen habe, noch
keinen Namen.

dsc_8910Dafür schmeckt das Bier in Slowenien genauso gut wie in Kroatien.
Heißt ja auch gleich.
Pivo.
Pivo konnten wir uns merken.
4 Buchstaben, die die Welt retten.
Pivo.

Pivo kostet im Laden umgerechnet quasi das Gleiche wie hier. Ist nur einen
Ticken billiger.
Außer im Restaurant.
Da kostet der 0,5 Pivohumpen ca. _____ (bitte hier selbst eintragen)
Koreambels.
Also sehr viel günstiger als bei uns der Nullzwo’er Stiefel inner
Kaschemme.

“Koreambels” gibbet übrigens nich.
Wir haben die kroatische Währung “Kuna” einfach umbenannt.
Jedenfalls einer von uns.
Wir anderen versuchen immer noch das Wort einigermaßen verständlich
auszusprechen.

Nachdem wir von einer Fahrt zum Limfjord in Kroatien - Bilder folgen -
zurück zum Campingplatz kamen, hielten unsere Platznachbarn zu Dritt unser
Vorzelt fest. Es war stürmisch.
Sehr stürmisch.
Mir egal.
Ich hatte Pivo.

Wahrscheinlich hab ich in den paar Tagen alle Biermarken durch, die es im
Süden Europas so gibt.
Keine Ahnung.
Hauptsache Pivo.

Übrigens: wenn man in dem Wort “Mama” nur 4 Buchstaben vertauscht, kommt
“Bier” raus.
Ein verblüffender Trick.
Funktioniert auch mit Pivo, ist mir aufgefallen.
Hab dafür nur 4 Tage gebraucht.

dsc_8981Nach zwei Tagen hab ich mein Zelt abgebaut und den Supermarkt verflucht, in
dem ich es gekauft habe: der Regenschutz fehlte.
Nach dem Abbauen hab ich dann den Regenschutz gefunden.
In der Verpackung.
Pivo war zu der Zeit schön kalt.

Machte alles nix: wir haben zu zweit im Vorzelt gepennt.
Bodo und ich.
Meine Wenigkeit direkt neben der Kühlbox, die am Strom angeschlossen war.
Ich hab den Krach der Lüftung nachts nicht mitbekommen. Ich hatte vorher
pivoviert.
Wir alle.
Und das nicht zu knapp.
Die Menge an Dosen pro Tag will ich gar nicht ansprechen.

18.

Das war meine Schlagzahl.
Mindestens.
Vom Grappa ganz zu schweigen.
Waren zwar nur drei oder vier am Abend, aber bei dem Pivorismus am Tag
zeigten die ihre Wirkung.
Glaub ich.
Kann mich nicht erinnern.
Ich war ja pivoriert.

dsc_9017Obwohl wir gut pivoroviert waren, haben wir auch viel gesehen.
Porec, Rovinj, Pula - wir waren schwer unterwegs.
Im wahrsten Sinne des Wortes.

Schätze, dass die Kroaten froh sind, dass wir wieder weg sind und ihre
Mauern noch stehen.

Der Langhaarige hat sich übrigens verliebt.
Täglich so an die zwölfmal.

Kann man ihm nicht verdenken.
Die Kroatianerinnen sehen nicht schlecht aus.
Vor allem die blonden, mit der weißen Krone.

Einen halben Tag haben wir damit verbracht, uns Armbänder zu kaufen.
Damit hatten die Kroataner einen lukrativen Mob gefunden.
Nachdem wir auf Armbandsuche waren, hab ich jetzt einen neuen Strohhut.

Okay -  nachdem ich den, den ich mitgenommen hatte, irgendwie auseinander
genommen bekommen habe.
Wahrscheinlich war ich’s selber.
 
Armbänder hab ich zwar drei neue, aber dafür auch ‘n Henna- Tattoo am
rechten Handgelenk.
Der Langhaarige hat das gleiche.
Nur am linken Handgelenk.
Wahrscheinlich liebt er die Verkäuferin immer noch.

Auf der Rückfahrt im Kanu saß ich übrigens in der Mitte vom Boot.
Ist genauso scheiße wie vorne.
Is’ wohl nix mit Tom Sawyer.
Jedenfalls nicht zu Dritt.
Geht ja auch nicht.
Robinson war auch nur zu zweit.
Ah, deswegen.

dsc_9038-kopieDer langhaarige Bombenleger hat seinen Hut übrigens nicht mehr.
Den hat er abgegeben.
Die Adria bedankt sich.

Möglicherweise sind jetzt Hundert Einsatzkräfte damit beschäftigt den Körper
von dem zu suchen, dessen Hut auf der Wasseroberfläche lustig hin- und
herschwappt.

Ich hab mit Booten nie Probleme gehabt.
Seit Benni und ich letztes Jahr auf dem komischen Fluss am Arsch der Welt
umgekippt sind, seh ich das irgendwie anders.
Ist wie beim Motorradfahren.
Einmal als Sozi Scheiße erlebt, geht das nich’ mehr.
Und jedes mal war ich nicht Schuld.
“Die Hölle, das sind die Anderen!” (Sartre)
(”L’enfer c’est les autres”)
(Der einzige Satz, den ich auf Französisch behalten habe. Und der kommt noch
nicht mal ausm Franz-Unterricht. Egal - hört sich gut an und kommt gut an,
wenn man den von sich gibt und sagt, dass man schon mal was von Sartre
gelesen hat.)
(Hab ich auch. Damals in der Stephenson. Ich kann mich nur nicht mehr
richtig daran erinnern.)

panorama-porec-kopie
Einen Abend haben wir Musik gemacht.

“Hurra, Hurra!”

Wahrscheinlich öfter.

Ich kann mich nur an einen Abend erinnern.

Da saßen wir mit drei Mann und zwei Booten aufm VW-Bus - T3 - knapp 400 Kilo
- ohne Instrumente - und ich hab den hier gesungen:
http://www.youtube.com/watch?v=pdukSYLClDQ
(tut mir leid; mir fiel nix besseres ein…)

- die Leute kamen von allen
Seiten und haben Fotos und Videos gemacht.
Ich hab A und G gegeben wie noch nie zuvor.
Am nächsten Tag haben die Nachbarn sich bei Bodo und Sascha bedankt.
Was sie doch für eine gute Stimme haben!

Ruhm ist kalt und einsam.

Ich hab eh nicht zugehört. Ich hab mich pivoprismiriert.

Ich überleg’ gerade, ob ich die Mail an Dich in mein Blog packe oder ob
ich’s lieber sein lasse.
Prinzipiell eigentlich egal.
Ich hab eh nix zu verlieren.

Wie sieht’s eigentlich nächstes Wochenende bei Dir aus? Haste Zeit?
Ich könnte mich mit der Idee anfreunden nach Essen zu kommen.
Dann gäb’s den Rest der Geschichten.

Dear brother, I love you

Stepke”

“PS.: - In der Zwischenzeit haben wir uns längst getroffen; alles wurde gut; und das Leben geht weiter.
Irgendwie.
Ich freu mich schon auf das nächste Bier zusammen, Brother.
Abseits der Menschheit.”

Prost. :-)


Jul 21 2010

Weg hier…

…und ab in den Urlaub. Von Deutschland will ich Tage lang nix sehen und hören. Wird uns gut tun.
Prost und bis bald!  

get_me_out


Jul 10 2010

Ja ja…

sk_passion…Ich weiß, ich weiß. Ihr mich auch… ;-)

Nach Urlaub, Kniebruch, 4 (!) Monaten auf Krücken meld ich mich dann mal wieder.

Tut mir leid; sorry; forgive me.
In der Zwischenzeit bin ich auch mal wieder umgezogen. Tut mir auch leid.
Aber it was lustich.

Ich fühl mich halbwegs wohl - alles wird gut und Deutschland (ich werd mit Absicht nicht “Schland” sagen/schreiben, weil mittlerweie jeder Assi ”Schland” sagt…) ist endlich raus.
Ich hab die WM einfach nicht ausgehalten. Mein Herz macht dat einfach nicht mehr mit. Ich werd zu alt für den Scheiß!
Meine Nerven! 

Wat is’ eigentlich Schland?
Sowat wie Oregano oder Poree?

Schland“?
Tut man dat in die Suppe?

“Man, is die Suppe laff - ich brauch dringend Salz oder Poree. Oder hasse Schland?”
Boah ey…

Aber: Ausnahmen bestätigen die Regel (Wawa) -Dtschland ist zum Glück nicht bis ins Finale gekommen; ich hab’s nicht ausgehalten… Mein Herz!

Tretzalledom wurde in der ganzen Zeit fotofiert (sagen Frauen ganz gern und finden es niedlich… *kotz* *würg* * fg* *ggg* *gähn* *lieb_guck* *rofl* *gglg* *f***t_e** h* *eglhsdgfrhregtret/&%&362789zukhgmjefdgsuhbn* - äh….

…ja.

Herzlichen Glückwunsch…

Ein Teil von dem Kram ist unter http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/421313 zu sehen.
Der Rest: kommt bald.
Lasst mich erstmal hier einziehen und wieder Mensch werden…

Prost & welcome back.


Mrz 4 2010

Schreibe nie einen Brief im Zorn…

…schluck’s lieber runter und werd Psychopath!
[Zynismus, der - (griechisch κυνισμός, kynismós) wörtlich „die Hundigkeit“ im Sinne von „Bissigkeit“]

Aber warum eigentlich nicht?
Ist doch praktisch: der andere kann sich nicht wehren und man kann ohne Unterbrechungen endlich mal das volle Programm loswerden. All die ganze Sülze, die einem im Kopf rumschwirrt kommt endlich mal raus, man verliert den Faden nicht und der andere hält die Fresse.
Man kann beleidigen, sich beschweren, heulen, auslachen – wonach auch immer einem gerade ist.
Ab und an braucht man einfach ’n Ventil.
Natürlich macht es nach Beendigung des Schreibens Sinn, den Scheißbrief sofort im Ofen zu vernichten. Wer ihn abschickt sollte sich selbst fragen, ob er sie nicht alle aufm Zaun hat…

Head upIch kann mich ja selbst nicht davon frei sprechen. Für meinen Teil habe ich einige SMS geschrieben, die ich mir hätte sparen können. Und irgendwann hab ich damit angefangen, sie mir tatsächlich zu verkneifen. Das macht sich nicht nur finanziell bemerkbar (wenn auch nur minimal), sondern es steigert auch das Scheißegalgefühl. Man muss nicht auf jeden Dreck antworten. Man muss auch nicht immer Freund bleiben, wenn eine Beziehung mal auseinander bricht. Manchmal funktioniert’s, manchmal nicht.

Schreibe nie einen Brief im Zorn…
…und vor allem lass es mit den Drecks-SMS!
Dauernd sitzt man vor dem Scheißhandy, tippt irgendeinen Müll da rein, vertippt sich meist auch noch und die Ironie in einem Gag, ein Witz oder jegliche menschliche Regung, Gestik, Mimik geht völlig verloren. Also kommt es nicht so rüber, wie es rüber kommen soll.
Entweder schreibt der andere dann gar nichts und man ist enttäuscht, oder es kommt irgendein sinnloser, unzusammenhängender Kauderwelsch, miest ncoh ttal falchs geschriibn, von Punkt und Komma und Gross- oder kleinschreibung ganz zu schweigen.
Boah ey…
Kann man einen IQ eigentlich an einer SMS messen?
(Lohnt es sich in der heutigen Zeit überhaupt noch über IQ nachzudenken oder sollte man sich direkt der trägen, schwabbelnden Masse anpassen und Dreiviertel Gehirn durch eine Frikadelle austauschen?)

Jedenfalls versuche ich weitestgehend jegliche Form des Austausches per Kurznachrichten oder kurzen, gehetzt und müde klingenden Emails zu vermeiden.
Da ich ja auch nicht unbedingt der Telefonjunkie bin - allein schon jobbedingt - versuche ich auch dies so weit runter zu schrauben, dass ich nur mit den Menschen längere Gespräche führe, die mir wichtig sind.
Keine Ahnung wieviel Telefongespräche ich am Tag führe. Es könnte sich - je nach Wirtschaftslage - so um die +/-200 handeln. Vielleicht sind es auch 100 mehr, I don’t know. Noch hatte ich nicht die Zeit sie zu zählen. Wenn es mal soweit kommt dass ich die Zeit zum zählen habe, dann gibt es wahrscheinlich gerade keine Telefonate mehr und ich bin arbeitslos…

Interessant ist daran, dass man die Gespräche in zwei Gruppen splitten kann (wenn man denn unbedingt will): die, die wichtig sind und die, wegen denen ich angefangen habe überhaupt zu schreiben (”…these words I write keep me from total madness.” - falls sich noch jemand erinnert…).
Die wiederum kann man dann noch in Untergruppen teilen. Irgendwas zwischen sachlicher, schlichter Kommunikation zwischen einem, der das Wasser nicht halten kann und der seine komplette sexuelle Frustration hinter einer Krawatte versteckt und einem, der zwar auch nicht alle auf der Reihe hat, aber wenigstens noch Spaß aus allem zieht und zwischen lustigem, beleidigendem, penetrantem Gepöbel - allerdings mit etwas Sachverstand (hm… kommt auf den Restalkoholpegel an…) und der trotzdem nötigen Ernsthaftigkeit an der Sache.
Es passiert nicht selten, dass zwischen Disponenten Dialoge wie:
“Na, du Stricher”
“Leck mich, du Bettnässer. Geh mir nich auf’n Arsch!”

statt finden. Und es wird gelacht…
Interessanterweise wird’s produktiver, je deftiger es wird. Und es macht Spaß!
Ich glaube, ich könnte in einem normalen Bürojob überhaupt nicht mehr überleben…

Vor einigen Jahren habe ich noch in “normalen” Büros gearbeitet - und das war hart genug, wenn ich mich an die geistig unverwertbaren Dialoge erinnere - keine Ahnung, wie ich das ausgehalten habe. Wahrscheinlich, weil Bukowski ein enger Vertrauter war…
Wenn ich mir jedenfalls jetzt vorstelle, dass ich wieder zurück in einen solchen Sumpf müsste… nach einer Woche wäre ich gekündigt.
Schuld hätten natürlich die anderen.

Man stelle sich vor, dass ich da sitze zwischen dem Deutschen Bundesbürger, der morgens erstmal ‘ne Stunde Zeitung lesen muss (natürlich auf Staatskosten) seine Stulle futtert (die seine Frau ihm geschmiert hat, weil er selbst zu doof ist ein Loch in den Schnee zu pinkeln) und darüber sinniert, dass eh alle bekloppt sind und nur er die Ahnung hat, weil er ja… (ja was eigentlich? DER Politiker und Sozialkritiker ist? Oder einfach nur ‘ne arme Sau, der nicht mal ‘n Topf Wasser heiß machen kann?) und ich mir das Durchschnittsgesülze eines durchschnittlich verschwitzten Durchschnittsdemokraten anhören muss, der mir dann sagt, dass ich die und die Statistik machen soll; oder irgendwas vorbereiten oder Kaffee kochen oder irgend ‘ne Rechnung schreiben…
Wenn ich dann antworte “kannst du dicke Sau deinen Scheißkaffee nicht selbst holen, oder bisse dazu auch zu doof?” werde ich den Job nicht lange behalten. Dazu muss man sagen, dass ich es in dem Fall wahrscheinlich ernst meinen würde.
Allerdings sind Antworten wie: “schieb ab, du Futt und geh mir nicht auf die Nüsse…” in unserem aktuellen Fall Gang und Gäbe. Sollte ich irgendwann ungewollt tatsächlich mal wieder mit so Primaten zusammen arbeiten müssen, müsste ich vorher ein Jahr rehabilitiert und sozial eingegliedert werden.

Was ich damit sagen will?
Ich mag meinen Job! Tatsächlich gibt’s das noch.
Über die, die ich eigentlich gar nicht wirklich beleidigen will und die, die gar nix dafür können, sag ich ja gar nix. Aber die, die ich meine, die … jaaaaa… DIE!… ;-)
Momentan schreibe ich an einem Song, der da heißt: “Erfroren”. Genau um die geht’s darin (und nicht um die, die dann wieder denken “der hat’s wegen mir geschrieben! Weil wir mal zusammen waren! Weil er unzufrieden war! Jetzt will er es mir hier heim zahlen! Ich weiß genau, dass er mich meint!) (Nee, mein’ ich nicht… obwohl… vielleicht doch die Eine oder andere… oder doch nicht? Die Gedanken sind frei…) und irgendwann nach meinem Skiurlaub nächste Woche werde ich die Demoversion online stellen (unter www.kopfhörermusik.de - wie bereits angekündigt).

Womit wir beim Thema “Urlaub” wären: ab heute hab ich ihn endlich. Es wurde Zeit…
Und da ich ja erfahrener Skifahrer bin, der Parallelschwung, Slalom und rote Pisten beherrscht, werde ich am Wochenende mit meinen Jungs Österreich unsicher machen. Okay, meine letzte Talabfahrt ist 15 Jahre her… aber ich hab wenigstens die Klamotten als wäre ich ein Profi. ;-)
Sollte ich mich also die nächsten Sechs Wochen nirgendwo mehr melden, würde ich mich freuen, wenn ich vielleicht das eine oder andere Mal ‘ne Karte ins Krankenhaus bekomme…

Abschließend kann ich noch loswerden, dass in letzter Zeit vieles passiert ist; ich hatte es angedeutet. Keine Ahnung, ob es sich schon rum gesprochen hat - ist mir auch egal: der Herr Klement steht dem Transfermarkt im Prinzip wieder zur freien Verfügung. Aber er hat keine Böcke mehr…
(Cheggy, ich telefonier gerade parallel mit Dir - v.wg. “running gag” = wenn du aneinandergereihte Buchstaben visuell auffassen würdest, dann würdest Du unseren Gag jetzt verstehen…)
Das Haus, in dem ich jetzt alleine wohne, kostet mich ein paar Mark und realistisch gesehen müsste ich eigentlich wieder back to the roots: ‘ne kleine Bude, 2ZKD und zentral gelegen. Aber jetzt gerade scheiß ich einfach mal drauf. Das werde ich auch die nächsten Wochen tun. Ich fühl mich hier einfach sauwohl und nutze die Zeit mit viel Raum, Platz und Freiheit. Und außerdem bin ich ja nicht alleine. Entweder hab ich den Hund der Nachbarin, meinen Jesus zu Besuch oder irgendwelche anderen Kumpels oder ich spiel an mir rum… ich mein, ich hab meine Gitarren, mit denen ich mich beschäftige.
Aber irgendwann kommt natürlich das Erwachen und ich ziehe mal wieder um… das wäre dann das Elfte Mal in meinem impressionistischem Leben.
[~Impressoinismus, der: (Deutsch) Beispiele:[1] Von Einfluss auf den Impressionismus waren japanische Farbholzschnitte, die ab 1850 in großer Stückzahl nach Europa kamen und durch die sich die Impressionisten in ihren eigenen Theorien über Farbe und Form bestätigt fühlten]

[~Die Ironie (griechisch εἰρωνεία eironeía, wörtlich „Verstellung, Vortäuschung“) ist eine Äußerung, die – häufig unausgesprochene – Erwartungen aufdeckt, indem zum Schein das Gegenteil behauptet wird.]

In diesem Sinne

Prost.


Feb 18 2010

Alles in Buddha!

Es kommt total gut, wenn man morgens im Bad steht, sich die Zähne putzt und einem aus dem Radio eine Statistik übermittelt wird, bei der es darum geht, dass 80% der Deutschen ihr Toilettenpapier falten – die anderen sind „Knüller“.

Genau das sind Informationen die ich brauche, um gut in den Tag zu starten…

Es hat sich einiges in letzter Zeit getan - u.a. schreibe ich gerade an meiner ersten eigenen CD: “Alles in Buddha!” (danke Stefan für den Tipp…). Nach und nach werden die Songs auf www.kopfhörermusik.de (oder www.kopfhoerermusik.de oooooder http://www.myspace.com/allesinbutter) hörbar sein.
Momentan noch zwei Instrumentalstücke - in den nächsten Tagen werden die ersten (selbst!) eingesungenen Songs “Wenn ich könnte…” und “Erfroren” online gestellt.
Da ich bis dato nur Background gesungen habe - und das sehr… impressionistisch… erbitte ich mir sanfte Kritik. ;-)
Na ja, man wird sehen…

Jetzt jedenfalls verfüge ich erstmal allein über mehr als 110qm - die müssen irgendwie gepflegt werden.
Und warum das so ist, kann sich ja jeder eigentlich denken…

In Kürze gibt’s wieder mehr!


Jan 16 2010

Prost Neujahr!

daumen__layout-1Wobei “Prost” immer gut ist…

Ich lebe noch, keine Bange! Allerdings habe ich dermaßen viel um die Ohren, dass ich kaum noch im Netz unterwegs bin. Das muss nichts schlechtes sein, im Gegenteil. Soziale Kontakte zu pflegen und wieder mehr außerhalb der Netzwelt zu unternehmen ist verdammt wichtig.

Wer übrigens mal diesen Flyer hier links sieht -  der stammt nicht von mir. Das Bild allerdings schon. Also schön an den traumtod denken… ;-)

Stefan und meine Wenigkeit arbeiten hart an unseren Songs, es stehen zwei weitere Musikprojekte an (von dem eines gleich mit einer Kiste Bier und drei Musikern vorm Mischult gestartet wird; die Handys aus, Instrumente rein und vor morgen früh kommt keiner mehr ausm Studio. Ganz nach meinem Geschmack!) und es wird ernst: keine Demoqualität mehr - sondern richtige Aufnahmen, die auch im Auto laut gehört werden können, ohne dass man sich schämen muss. ;-)

Ich würde ja gern noch ein bisschen lästern und erzählen, aber die Zeit rennt.
Ganz davon ab hat mein Laptop die Grätsche gemacht und ich schreibe gerade von einem Kumpel aus.
Da hilft nur eines: neues Teil kaufen.
Ja ja, ich hab’s ja… ;-)


Okt 2 2009

Sauviel Drumherum, sowieso und überhaupt!

001-homecoming2Wird Zeit, mal wieder ein Lebenszeichen von mir zu geben…
In den letzen Wochen ist einiges passiert – positiv und negativ. Wie das Leben so spielt.
Den Maklern, die dauernd osteuropäische Immigranten durch meine Wohnung laufen lassen um denen das Haus, in dem ich wohne, zu verkaufen, sage ich entweder durchweg ab, oder ich gehe gar nicht mehr ans Telefon bzw. Handy.
Obwohl es mir eigentlich egal ist, da ich mittlerweile ausgezogen bin…

…womit wir beim ersten wichtigen Punkt wären: wir haben uns einen lang gehegten Traum erfüllt, den mein Frauchen und ich schon seit Ewigkeiten haben – unabhängig von einander: wir sind in ein großes, altes, sehr altes (uraltes) Fachwerkhaus gezogen. Und endlich habe ich wieder ein großes Arbeitszimmer für mich: das größte, dass ich jemals hatte. Es ist einfach nur geil!
Der Bau ist von 1630 (!) und richtig schön urig; wie man es sich vorstellt. Passt ja zu meinem Auto… 

Ein paar Kartons müssen noch geholt werden – was längst geschehen wäre, wenn meine Jungs und ich bei den Fuhren nicht dauernd über eine Kiste Bier stolpern würden, die uns dann bequem alles aufs nächste mal schieben lässt. Aber was soll man machen? Das Zeug muss ja auch weg…

 Meiner alten Bude sehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach: die Zeiten da waren wirklich klasse, interessant, spaßig und der Blick aus Wohn- und Schlafzimmer unverbaubar. Die Treffen waren gut, die Gespräche auf dem Balkon mit Ausblick auf einen riesigen Steinbruch grandios und relativ ruhig war es auch. Als ich noch Nachbarn hatte, verstanden wir uns sehr gut und als dann das Angebot kam die Wohnung zu kaufen, hätte ich es tatsächlich getan. Ich habe nur zu lange mit meiner Antwort gewartet – was sich letztendlich als richtig erwiesen hat. Man hätte einfach zuviel in den Bau rein stecken müssen, was den relativ günstigen Kaufpreis erklärt. Aber natürlich erzählt einem das ein Verkäufer nicht. Man muss selbst drauf kommen oder Kollegen haben, die sich auskennen.

 Ist schon interessant mit diesen Wesen, die sich Verkäufer, Makler oder was auch immer nennen: sie erzählen einem das Blaue vom Himmel und die meisten glauben ihnen auch noch. Wenn es einen Rekord im vom-Haus-abraten-wenn-Interessenten-fragen-und-der-Makler-daneben-steht gäbe – ich hätte ihn dieses Jahr gewonnen. Isch schwör.
Die Gesichtsfarbe eines Menschen kann sich in sekundenschnelle verändern; so schnell, dass man denkt, vor einem steht ´ne billige Leuchtreklame.

Die Antworten sind immer die gleichen: „nein, das stimmt nicht“ (worauf ich antworte: „doch. Ich zeig’s ihnen“) oder „das war noch nicht so“ (und da ich mittlerweile zehn mal umgezogen  und quasi ein Profi im Abschließen von Mietverträgen bin, kann ich getrost antworten: „ja sicher, ich hab’s mir schriftlich beim Einzug bestätigen lassen“).
Ganz lustig ist auch der Moment, in dem die Makler hingehen und der potentiellen Käufern erklären wollen, dass ein Kaufpreis i.H.v. € 220.000,- durchaus gerechtfertig ist.
Aber na klar, auf jeden Fall! Dass das Dach komplett neu gedeckt, die Heizung neu gemacht und die Terrasse abgerissen werden muss, die 25 Meter hohe Fichte im Garten bald gefällt und noch immer veraltete Öltanks im Keller stehen, die der TÜV nicht abnimmt, machen den Kauf für den Interessenten nämlich gerade erst richtig spannend!

Die aufgestockte 1. Etage, die noch nie gedämmt wurde kostet im Winter auch kaum Heizöl. Macht ja nix: da bei kalten Monaten im Monat nur 700 Liter Öl verbraucht werden und man spontan damit überrascht wird, dass man durch plötzlichen Ölmangel im Keller und einer Wartezeit für neues Öl von fast 1 ½ Wochen schnell die Stromheizungen anschließen muss, was eine mehr als 100%ige Steigerung der Stromrechnung zur Folge hat, macht das ganze doch richtig spannend!
Man lernt mit den Umständen zu jonglieren; Survival im Dschungelcamp kann nicht spannender sein!

Trotzdem habe ich gern da gewohnt. Ich hatte eine günstige Garage und eine Wohnung, die für eine Person eigentlich schon zu groß war; zu zweit allerdings doch ein wenig zu klein. Es fehlte der Ort zum zurückziehen; und den habe ich jetzt: ein riesiges Arbeitszimmer, in dem Klavier, alle Gitarren und was ich noch so alles zum verstauben rum stehen habe seinen Platz gefunden hat. Irgendwann in naher Zukunft gibt’s dann auch da einen Internetzugang und ich könnte mich dann durchgehend in meiner Kaue einschließen; einen Kühlschrank hätte ich ja auch noch über…

Wo wir schon beim Internet sind: jetzt gerade bin ich mal wieder mit meinem Handy als Modem online. Kostet gar nicht so viel, wenn man nur Emails schreibt; die paar Cent habe ich noch übrig. Allerdings steht mein Winterauto schon vor der Tür und der muss auch noch angemeldet werden. Wieder ein Ford.
(Reicht für den Winter…)

In einer Woche habe ich übrigens auch mal wieder einen kleinen Auftritt mit meinem Onkel, dem alten Sack. Ich freu mich drauf; auch wenn es nur ein paar Instrumentalstücke sind. Aber warum auch nicht – so bleibe ich am Ball und kann mich bald wieder auf Stefan’s und mein mind’s eye Projekt stürzen, das zur Zeit leider absolut stockt. Arbeit, Umzug, Renovieren… ich brauche Urlaub von der Kurzarbeit. ;-)

Und den Kurzurlaub gönne ich mir dieses Wochenende: gleich geht’s nach Essen zum Proben, der Familie das Bier weg trinken und den Kühlschrank plündern. Alles wird gut…


Jul 23 2009

On the road again…

Something about the past...Ich würde ja gerne, aber ich komme nicht dazu mal wieder etwas längeres zu schreiben.

Aktuell kann ich wenigstens schnell los werden, dass es die Seite www.mymindseye.de wieder gibt - als Weiterleitung zu unserer myspace- Seite, die mittlerweile wieder drei Songs beherbergt, nachdem wir bis auf “Protect” alles gelöscht haben.

Weitere Aufnahmen laufen, wir haben Tausend Ideen und neue Songs, die aktuell entstehen. Man darf also gespannt sein, was in den nächsten Monaten passiert.

Hoffen wir auf gutes Wetter und noch besseres Gelingen. In Kürze hoffentlich wieder mehr!


Mai 23 2009

Von Schüppchen und Förmchen…

I thought I knew it allJunge, Junge, die Kurzarbeit macht mich fertig. Ich habe das Gefühl, als hätte ich jetzt noch weniger Freizeit als vorher, weil ich nur noch unterwegs bin oder mich sonstwie beschäftige (ein Schelm, wer jetzt an Ferkeleien denkt).
Aber es tut gut, viel Freizeit zu haben und diese mehr oder weniger sinnvoll zu nutzen.
Abgesehen von dem ganzen Fotokram, der mich zwar Zeit und manchmal auch Nerven kostet, bin ich immer mehr mal wieder der Musik und Schreiberei verfallen. Und da es ja bekanntlich total entspannend ist auf Tausend Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen, mache ich manchmal einfach gar nichts davon und geh’ grillen…
Aber: es wächst und gedeiht alles stückchenweise. Geduld ist und bleibt eine Tugend. Die Arbeit dahinter und das Dranbleiben und Weiterentwickeln ebenfalls. Das empfehle ich übrigens dringend denjenigen in allen Bereichen, die ich so ab und an überfliege, wenn ich in den nicht enden wollenden Sackgassen des Internetzes unterwegs bin.

Besonders die Gedichteschreiber sind mir in letzter Zeit ans Herz gewachsen! Nicht die Profis oder die, die wissen, wovon sie schreiben. Das ist ja langweilig, die verstehe ich ja…
Ich meine die, die ihr Leben lang kein Blatt Papier mit Tinte füllen konnten und wenn, dann nur die Telefonnummer irgendeines Besoffenen auf einen Bierdeckel zu schmieren wussten. Die, jaaaaa, die… die mag ich besonders!
Über die Strategen stolpert man immer wieder, wenn man in so Vereinigungen von geistreichen Schöpfern wie Wer-kennt-wen usw. über Profile stolpert, bei denen man sich sprichwörtlich aufs Maul legt und es schlagartig am ganzen Körper weh tut.
Ich meine damit keine Gänsehaut oder Zahnschmerzen wie man sie schon mal verspürt, wenn man aus Versehen den Fernseher anschaltet und nicht schnell genug von “Deutschland sucht den Superstar” zu irgendwas interessanterem zappen kann. Werbung, Testbilder, Stromausfall oder so…
Nein, ich meine das, was richtig weh tut!
Wie ein Schlag ins Gesicht mit einem mit Nägeln bespicktem Baseballschläger mit anschließender Ganzkörperlähmung über Koma bis hin zum Tod.
Oder Musik von Dieter Bohlen…

Ein akuter Fall kam mir letzte Woche mal wieder unter: zwecks Nummern- und Adressaustausches nach einer Feier verabredeten wir uns in einer dieser Kommunen, um zu planen, wann wir ein Garagen-Wochenende starten, um unsere Autos auf Vordermann zu bringen. Dummerweise habe ich mich dazu verleiten lassen, die Buddyliste des anderen durch zu sehen. Dann klickt man mal auf den, dann auf den anderen, dann auf die oder die andere und ZACK! - ist es passiert!
Ein Trennungsgedicht mitten auf der Startseite!

So dermaßen voll von schrecklich übertriebenem Pathos, dass mir von dem unreimbaren Gereime das Mittagessen aus der Kantine hoch kam!
Okay, das kommt mir auch so immer hoch - diesmal ging’s nur noch schneller.
Aber ich konnte einfach nicht wegsehen; ich MUSSTE weiterlesen. Leider. An den Spätfolgen leide ich noch heute.

Man kennt das von Sendungen wie “Autopsie”: man ist so abgestoßen fasziniert, dass man nicht wegsehen kann und nachher schlecht träumt und sich fragt, warum man dem menschlichen Abgrund so tief in den Schlund gesehen hat.

“Er war ja so süß und alles war so toll so perfekt deine Augen waren hamma”
(Hamma? Hamma kein Bier mehr oder wat?)
“ich habe die gelibt und bis in den Tot were ich mit dir gegangen
dein küssen an meine wangen”
(Das ist kein Witz - so ähnlich ging der Scheiß! Ich sag’s ja, wie ein Horrorfilm mit Alptraumfolgen, mit denen man sich unfreiwillig in den Folgetagen beschäftigen muss und die nur durch Komasaufen zu ertragen sind)
“die andere hat mein herz gebrochen”
(Wat denn jetzt? War’s ‘n Kerl oder bisse ‘ne Lesbe?)
“ich habe keine zukunft mehr
ohne dir ist alles leer
das ende war so hart
das waren die schönsten zwei Wochen meines leben!”

Jau.
Deutschlehrer war er jedenfalls nicht.
Und wenn, dann ein sehr verzweifelter. 

Mal ehrlich: was soll man mit so Leuten machen, die nie ein Buch in der Hand gehabt haben und plötzlich aneinander gereihte Wörter für sich entdeckt haben?
Gut zureden? Duden schenken? Einschläfern?

sk_protectGenauso verhält es sich mit denen, die seit ein paar Tagen eine Digicam haben. Die machen plötzlich Kunst!
Klar, wenn man so ein Teil neu hat, hat man Interesse, entwickelt Spaß und will mehr in die Materie einsteigen.
Sollte man meinen.
Im Gegenteil! Nach anfänglichem (und völlig normalen) wildem Rumgeknipse geht ein Mensch mit einem größeren IQ als ein Huhn hin und holt sich Informationen, liest Bücher, stöbert in Foren, fragt andere Fotografen, sieht sich bei anderen ein paar Grundregeln ab.
Nein, weit gefehlt. Im Laufe der Zeit werden die Bilder sogar noch schlechter. Wenn ich dann sage, sie sollen sich endlich mal mit der Thematik beschäftigen und sich wenigstens mit den Grundregeln vertraut machen, dann kommt oft (sehr oft!) die Antwort, dass das Lesen der Beschreibung langweilig ist und sie auch generell keinen Bock auf Lesen haben.
(Genau. Und dann schreiben sie auf einmal Gedichte…)
Und da soll man dann nicht anfangen zu saufen…

Es gibt aber noch andere, die mindestens genauso schlimm sind: die, die sich seit Ewigkeiten mit einer Sache ‘beschäftigen’ (ich weiß nicht, wie ich es anders nennen soll. Kunst ist es jedenfalls nicht) - (oder doch: die seinesgleichen suchende Kunst des Stillstandes) und nach ein paar Grundregeln des Umgangs mit einer Kamera immer noch genauso schlechte Fotos machen wie vor zwanzig Jahren.
Das sind dann die, die sich beschweren, dass sie keine Anerkennung bekommen.
Wozu auch?
Würde jemand einem ausgewachsenen Mann, der immer noch mit Förmchen und Schüppchen im Sandkasten sitzt und Sandburgen baut sagen: boah, das ist der Hammer! Alter! Das trifft mich! Du hast’s drauf!
(Schreib doch mal ‘n Gedicht…)
Wenn er bis drei zählen kann, verkauft er’s dann als “Retro”.

sk_live-for-the-momentAber ernsthaft: es ist ja absolut nichts dagegen einzuwenden, wenn jemand einfach nur aus Spaß an der Freude Gedichte oder Lieder schreibt, Fotos macht oder sonstwas und das alles nur, weil er/sie/es dann im Schuhkarton auf dem Dachboden versteckt (da gehört das meiste auch hin).
Aber bitte: bleibt ernst und realistisch. Ich bin kein richtiger Künstler und ich kenne nur wenige, die sich das schimpfen dürften. Aber die, die es wirklich drauf haben, würden sich nicht als solche verkaufen, sondern machen nur ihr Ding.
Und hört endlich auf Dinge zu kritisieren, von denen Ihr absolut keine Ahnung habt! (Als Beispiel könnte ich da mal die fotocommunity im Bereich Fotografie nennen. Wer sich da alles erlaubt Kritik zu üben… sieht man sich dann mal deren Portfolio an fragt man sich, ob deren Kamera im Sandkasten nicht kaputt geht…)

Aber es gibt auch enorm positive Dinge in letzter Zeit: ich war mit Barde Breel in Köln bei The Notwist und es war genial! Wir hatten Glück, dass wir lebend ankamen, nachdem die Hinfahrt so dermaßen gelacht wurde, dass ich teilweise vor Tränen die Strassen nicht mehr sehen konnte.
Eines sei gesagt: der Breel und der Clement, die bauen bald wieder ‘ne ganz eigene Burg.

Prost.