…schluck’s lieber runter und werd Psychopath!
[Zynismus, der - (griechisch κυνισμός, kynismós) wörtlich „die Hundigkeit“ im Sinne von „Bissigkeit“]
Aber warum eigentlich nicht?
Ist doch praktisch: der andere kann sich nicht wehren und man kann ohne Unterbrechungen endlich mal das volle Programm loswerden. All die ganze Sülze, die einem im Kopf rumschwirrt kommt endlich mal raus, man verliert den Faden nicht und der andere hält die Fresse.
Man kann beleidigen, sich beschweren, heulen, auslachen – wonach auch immer einem gerade ist.
Ab und an braucht man einfach ’n Ventil.
Natürlich macht es nach Beendigung des Schreibens Sinn, den Scheißbrief sofort im Ofen zu vernichten. Wer ihn abschickt sollte sich selbst fragen, ob er sie nicht alle aufm Zaun hat…
Ich kann mich ja selbst nicht davon frei sprechen. Für meinen Teil habe ich einige SMS geschrieben, die ich mir hätte sparen können. Und irgendwann hab ich damit angefangen, sie mir tatsächlich zu verkneifen. Das macht sich nicht nur finanziell bemerkbar (wenn auch nur minimal), sondern es steigert auch das Scheißegalgefühl. Man muss nicht auf jeden Dreck antworten. Man muss auch nicht immer Freund bleiben, wenn eine Beziehung mal auseinander bricht. Manchmal funktioniert’s, manchmal nicht.
Schreibe nie einen Brief im Zorn…
…und vor allem lass es mit den Drecks-SMS!
Dauernd sitzt man vor dem Scheißhandy, tippt irgendeinen Müll da rein, vertippt sich meist auch noch und die Ironie in einem Gag, ein Witz oder jegliche menschliche Regung, Gestik, Mimik geht völlig verloren. Also kommt es nicht so rüber, wie es rüber kommen soll.
Entweder schreibt der andere dann gar nichts und man ist enttäuscht, oder es kommt irgendein sinnloser, unzusammenhängender Kauderwelsch, miest ncoh ttal falchs geschriibn, von Punkt und Komma und Gross- oder kleinschreibung ganz zu schweigen.
Boah ey…
Kann man einen IQ eigentlich an einer SMS messen?
(Lohnt es sich in der heutigen Zeit überhaupt noch über IQ nachzudenken oder sollte man sich direkt der trägen, schwabbelnden Masse anpassen und Dreiviertel Gehirn durch eine Frikadelle austauschen?)
Jedenfalls versuche ich weitestgehend jegliche Form des Austausches per Kurznachrichten oder kurzen, gehetzt und müde klingenden Emails zu vermeiden.
Da ich ja auch nicht unbedingt der Telefonjunkie bin - allein schon jobbedingt - versuche ich auch dies so weit runter zu schrauben, dass ich nur mit den Menschen längere Gespräche führe, die mir wichtig sind.
Keine Ahnung wieviel Telefongespräche ich am Tag führe. Es könnte sich - je nach Wirtschaftslage - so um die +/-200 handeln. Vielleicht sind es auch 100 mehr, I don’t know. Noch hatte ich nicht die Zeit sie zu zählen. Wenn es mal soweit kommt dass ich die Zeit zum zählen habe, dann gibt es wahrscheinlich gerade keine Telefonate mehr und ich bin arbeitslos…
Interessant ist daran, dass man die Gespräche in zwei Gruppen splitten kann (wenn man denn unbedingt will): die, die wichtig sind und die, wegen denen ich angefangen habe überhaupt zu schreiben (”…these words I write keep me from total madness.” - falls sich noch jemand erinnert…).
Die wiederum kann man dann noch in Untergruppen teilen. Irgendwas zwischen sachlicher, schlichter Kommunikation zwischen einem, der das Wasser nicht halten kann und der seine komplette sexuelle Frustration hinter einer Krawatte versteckt und einem, der zwar auch nicht alle auf der Reihe hat, aber wenigstens noch Spaß aus allem zieht und zwischen lustigem, beleidigendem, penetrantem Gepöbel - allerdings mit etwas Sachverstand (hm… kommt auf den Restalkoholpegel an…) und der trotzdem nötigen Ernsthaftigkeit an der Sache.
Es passiert nicht selten, dass zwischen Disponenten Dialoge wie:
“Na, du Stricher”
“Leck mich, du Bettnässer. Geh mir nich auf’n Arsch!”
statt finden. Und es wird gelacht…
Interessanterweise wird’s produktiver, je deftiger es wird. Und es macht Spaß!
Ich glaube, ich könnte in einem normalen Bürojob überhaupt nicht mehr überleben…
Vor einigen Jahren habe ich noch in “normalen” Büros gearbeitet - und das war hart genug, wenn ich mich an die geistig unverwertbaren Dialoge erinnere - keine Ahnung, wie ich das ausgehalten habe. Wahrscheinlich, weil Bukowski ein enger Vertrauter war…
Wenn ich mir jedenfalls jetzt vorstelle, dass ich wieder zurück in einen solchen Sumpf müsste… nach einer Woche wäre ich gekündigt.
Schuld hätten natürlich die anderen.
Man stelle sich vor, dass ich da sitze zwischen dem Deutschen Bundesbürger, der morgens erstmal ‘ne Stunde Zeitung lesen muss (natürlich auf Staatskosten) seine Stulle futtert (die seine Frau ihm geschmiert hat, weil er selbst zu doof ist ein Loch in den Schnee zu pinkeln) und darüber sinniert, dass eh alle bekloppt sind und nur er die Ahnung hat, weil er ja… (ja was eigentlich? DER Politiker und Sozialkritiker ist? Oder einfach nur ‘ne arme Sau, der nicht mal ‘n Topf Wasser heiß machen kann?) und ich mir das Durchschnittsgesülze eines durchschnittlich verschwitzten Durchschnittsdemokraten anhören muss, der mir dann sagt, dass ich die und die Statistik machen soll; oder irgendwas vorbereiten oder Kaffee kochen oder irgend ‘ne Rechnung schreiben…
Wenn ich dann antworte “kannst du dicke Sau deinen Scheißkaffee nicht selbst holen, oder bisse dazu auch zu doof?” werde ich den Job nicht lange behalten. Dazu muss man sagen, dass ich es in dem Fall wahrscheinlich ernst meinen würde.
Allerdings sind Antworten wie: “schieb ab, du Futt und geh mir nicht auf die Nüsse…” in unserem aktuellen Fall Gang und Gäbe. Sollte ich irgendwann ungewollt tatsächlich mal wieder mit so Primaten zusammen arbeiten müssen, müsste ich vorher ein Jahr rehabilitiert und sozial eingegliedert werden.
Was ich damit sagen will?
Ich mag meinen Job! Tatsächlich gibt’s das noch.
Über die, die ich eigentlich gar nicht wirklich beleidigen will und die, die gar nix dafür können, sag ich ja gar nix. Aber die, die ich meine, die … jaaaaa… DIE!… ;-)
Momentan schreibe ich an einem Song, der da heißt: “Erfroren”. Genau um die geht’s darin (und nicht um die, die dann wieder denken “der hat’s wegen mir geschrieben! Weil wir mal zusammen waren! Weil er unzufrieden war! Jetzt will er es mir hier heim zahlen! Ich weiß genau, dass er mich meint!) (Nee, mein’ ich nicht… obwohl… vielleicht doch die Eine oder andere… oder doch nicht? Die Gedanken sind frei…) und irgendwann nach meinem Skiurlaub nächste Woche werde ich die Demoversion online stellen (unter www.kopfhörermusik.de - wie bereits angekündigt).
Womit wir beim Thema “Urlaub” wären: ab heute hab ich ihn endlich. Es wurde Zeit…
Und da ich ja erfahrener Skifahrer bin, der Parallelschwung, Slalom und rote Pisten beherrscht, werde ich am Wochenende mit meinen Jungs Österreich unsicher machen. Okay, meine letzte Talabfahrt ist 15 Jahre her… aber ich hab wenigstens die Klamotten als wäre ich ein Profi. ;-)
Sollte ich mich also die nächsten Sechs Wochen nirgendwo mehr melden, würde ich mich freuen, wenn ich vielleicht das eine oder andere Mal ‘ne Karte ins Krankenhaus bekomme…
Abschließend kann ich noch loswerden, dass in letzter Zeit vieles passiert ist; ich hatte es angedeutet. Keine Ahnung, ob es sich schon rum gesprochen hat - ist mir auch egal: der Herr Klement steht dem Transfermarkt im Prinzip wieder zur freien Verfügung. Aber er hat keine Böcke mehr…
(Cheggy, ich telefonier gerade parallel mit Dir - v.wg. “running gag” = wenn du aneinandergereihte Buchstaben visuell auffassen würdest, dann würdest Du unseren Gag jetzt verstehen…)
Das Haus, in dem ich jetzt alleine wohne, kostet mich ein paar Mark und realistisch gesehen müsste ich eigentlich wieder back to the roots: ‘ne kleine Bude, 2ZKD und zentral gelegen. Aber jetzt gerade scheiß ich einfach mal drauf. Das werde ich auch die nächsten Wochen tun. Ich fühl mich hier einfach sauwohl und nutze die Zeit mit viel Raum, Platz und Freiheit. Und außerdem bin ich ja nicht alleine. Entweder hab ich den Hund der Nachbarin, meinen Jesus zu Besuch oder irgendwelche anderen Kumpels oder ich spiel an mir rum… ich mein, ich hab meine Gitarren, mit denen ich mich beschäftige.
Aber irgendwann kommt natürlich das Erwachen und ich ziehe mal wieder um… das wäre dann das Elfte Mal in meinem impressionistischem Leben.
[~Impressoinismus, der: (Deutsch) Beispiele:[1] Von Einfluss auf den Impressionismus waren japanische Farbholzschnitte, die ab 1850 in großer Stückzahl nach Europa kamen und durch die sich die Impressionisten in ihren eigenen Theorien über Farbe und Form bestätigt fühlten]
[~Die Ironie (griechisch εἰρωνεία eironeía, wörtlich „Verstellung, Vortäuschung“) ist eine Äußerung, die – häufig unausgesprochene – Erwartungen aufdeckt, indem zum Schein das Gegenteil behauptet wird.]
In diesem Sinne
Prost.
Wobei “Prost” immer gut ist…
Wird Zeit, mal wieder ein Lebenszeichen von mir zu geben…
Ich würde ja gerne, aber ich komme nicht dazu mal wieder etwas längeres zu schreiben.











