AntiThesen…
Ich würde mich ja gerne mal wieder an den Schlangen in den Supermärkten auslassen, oder der Autofahrerei von Primaten, die ansonsten das Wasser nicht halten können, oder an der Politik… aber damit würde ich mich zu früh wiederholen. Immerhin habe ich alle o.g. Themen schon oft genug angesprochen und mir durch die Runterschreiberei unlängst ein Ventil gesucht. Das Ganze ist auch nicht wirklich wichtig oder interessant…
Was mich momentan mal wieder schwer beschäftigt, ist die Vergänglichkeit und die Nichtigkeit von allen Dingen, denen man persönlich viel zu viel beimisst.
Für meine konzeptionelle (künstlerische, das sollte erwähnt werden) Arbeit momentan recherchiere ich gerade in verschiedenen Büchern (in der Tat sind diese Bücher sehr interessant, werden aber aufgrund der Geheimhaltung des Projektes vorerst nicht erwähnt!) und stoße immer wieder auf Zeitungsartikel, Internetbeiträge und TV-Dokumentationen, die sich allesamt irgendwie mit eben dieser Thematik in Verbindung bringen lassen.
Beispielsweise Ur- und Endknall. Faszinierende Themen.
Das Universum ist nach wissenschaftlichen Berechnungen etwa 13,7 Milliarden Jahre alt und wenn alles gut geht, dann dauert es noch ungefähr 27 Milliarden Jahre bis zum final big bang, dem sog. Endknall. Dann wäre Schluss. Ich meine damit das gesamte Universum, nicht die Erde (Alter: ca. 4,6 Mrd. Jahre)! Schluss mit allem.
Es ist jetzt schon kein Trost mehr sich vorzustellen, man würde nach seinem Ableben irgendwo unter der Erde liegen und beflissene Familienangehörige und/oder Freunde gießen ab und an die Stiefmütterchen und man sähe von irgendwo herab auf das Treiben unter einem; sei es als Geist, als Engel oder nach buddhistischem Glauben als Baum, Vogel, Mücke oder Schwertwal. Wer’s glaubt, wird seelig. Ha ha…
Und da bewiesen ist, dass Energie ja weiter existiert, da sie nicht vernichtet werden kann (sie kam aus dem Nichts, warum kann sie dann nicht wieder ins Nichts verschwinden? Okay, das sollen die Weisen klären…), irren wir also energisch – oder energetisch – durch die Gegend und warten, bis wir als Teilchen für irgendwas recycelt werden.
Wenn wir Glück haben - als Licht einer Glühbirne im Striplokal. Da haben wir dann wenigstens was zum Gucken.
Aber wenn einem mal wirklich bewusst wird, wie vergänglich alles ist, wie klein die eigene Existenz, wie unbedeutend sich eigentlich alles Individuelle der Gesamtheit gegenüber darstellt, dann könnte man glatt meinen, man wäre besser dran, wenn man nicht über sein unwürdiges Dasein nachdenkt und sich am besten selbst die Kugel gibt.
Nö. Weit gefehlt.
Eben das macht es einzigartig: der pure Individualismus; das Geschenk, dass man ein paar Minuten hier sein darf.
Bewusst alles wahr zu nehmen, was einem umgibt, auch wenn Umstände wie Krankheit, Tod und Trauer es einem nicht immer leicht machen. Aber es bleibt einem, sich zu wundern: über die Existenz, die vielleicht endliche Unendlichkeit, das Leben und das, was man damit anstellen kann, wenn man einigermaßen klar in der Birne bleibt.
Ich glaube schon lange nicht mehr an einen “Sinn des Lebens” – von religiösen Gedanken abgesehen (jegliche theistische Theorie entbehrt sich mir jeglicher Logik) bleibt mir nach jahrelangem Suchen und Grübeln eigentlich nur der Schluss, dass das alles Physik und ein reines ‘Wunder’ ist, das es nicht zu begreifen gilt. Jedenfalls nicht zu unserer Zeit (es geht um die Frage, woher das Alles kommt und ob die Unendlichkeit des Universums wirklich unendlich ist und wenn nicht – was ist dahinter?).
Dass da ein Schöpfer hinter stecken soll finde ich fast schon lächerlich. Alle die, die die Urknalltheorie leugnen und behaupten, dass es die Erde noch gar nicht so lange gibt, wie wissenschaftlich bewiesen, sondern irgendjemand sich gedacht hat “och, wat mach ich heute? Hm… *grübel*… ich leg mal ‘n Adam und schnitz’ ihm aus seiner Rippe ‘ne kompatible Eva… ‘n bissken Krieg, Blut, Hölle, Tod & Teufel dabei, damit’s auch nicht langweilig wird…” – sorry, aber den Sarkasmus kann ich mir nicht sparen: wieso braucht der Mensch an sich immer für alles einen Beweis, eine logische Erklärung (wie beispielsweise beim Darwinismus), nur wenn es um den Prozess des Lebens geht, kommt bei manchen nur etwas Unerklärliches, nicht beweisbares in Frage? Und wieso wird weiterhin nach Reliquien gesucht, nach Beweisen; dem Heiligen Gral?
Wenn Fossilien von vor Millionen von Jahren gefunden werden, dann müssten Beweise von vor 2000 Jahren viel leichter auffindbar sein. Aber nein, dem ist nicht so.
Okay, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die für den Menschen nicht nachvollziehbar, nicht greifbar sind und das es evtl. so etwas wie Paranormales geben kann ist für mich realistischer als ein Schöpfer bzw. jemand, der aus dem Nichts kommt, ein bisschen Universum backt und all die bösen Buben nach ihrem Ableben in der Hölle schmoren lässt; bis ans Ende ihrer Tage. Wann auch immer das sei: dies müsste mal definiert werden…
Ich bin ganz klar Atheist. Das ist nichts neues. Aber in letzter Zeit komme ich immer wieder auf diesen Grundsatz zurück und denke ihn für mich selbst durch. Gezwungenermaßen auch durch das, was ich momentan kreiere. Es könnte also durchaus möglich sein, dass ich in nächster Zeit sehr viel mehr darüber loswerden muss. Auch schriftlich.
Na ja, letztendlich bleibt mir für heute nur zu fragen: was will ich damit sagen?
Ganz klar: völlig scheißegal, was man macht, solange Ethik und Moral es zulassen (nein, das ist kein Widerspruch: der Weg ist das Ziel und was man daraus macht das Wichtigste). Ob man sich die Haare färbt, ‘ne Tüte raucht, in einer Punkband spielt, ins Fußballstadion geht oder in die Oper, ob man sich besäuft und die Puppen tanzen lässt, oder jeden Tag 40 Rosenkränze betet: am Ende sind eh alle gleich. Und zwar Nichts.
“We’re all just dirt in the ground” sang Tom Waits. Und da hat er verdammt Recht.
Also: weiter machen und Spaß haben.
Prost.













