Sauviel Drumherum, sowieso und überhaupt!

001-homecoming2Wird Zeit, mal wieder ein Lebenszeichen von mir zu geben…
In den letzen Wochen ist einiges passiert – positiv und negativ. Wie das Leben so spielt.
Den Maklern, die dauernd osteuropäische Immigranten durch meine Wohnung laufen lassen um denen das Haus, in dem ich wohne, zu verkaufen, sage ich entweder durchweg ab, oder ich gehe gar nicht mehr ans Telefon bzw. Handy.
Obwohl es mir eigentlich egal ist, da ich mittlerweile ausgezogen bin…

…womit wir beim ersten wichtigen Punkt wären: wir haben uns einen lang gehegten Traum erfüllt, den mein Frauchen und ich schon seit Ewigkeiten haben – unabhängig von einander: wir sind in ein großes, altes, sehr altes (uraltes) Fachwerkhaus gezogen. Und endlich habe ich wieder ein großes Arbeitszimmer für mich: das größte, dass ich jemals hatte. Es ist einfach nur geil!
Der Bau ist von 1630 (!) und richtig schön urig; wie man es sich vorstellt. Passt ja zu meinem Auto… 

Ein paar Kartons müssen noch geholt werden – was längst geschehen wäre, wenn meine Jungs und ich bei den Fuhren nicht dauernd über eine Kiste Bier stolpern würden, die uns dann bequem alles aufs nächste mal schieben lässt. Aber was soll man machen? Das Zeug muss ja auch weg…

 Meiner alten Bude sehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach: die Zeiten da waren wirklich klasse, interessant, spaßig und der Blick aus Wohn- und Schlafzimmer unverbaubar. Die Treffen waren gut, die Gespräche auf dem Balkon mit Ausblick auf einen riesigen Steinbruch grandios und relativ ruhig war es auch. Als ich noch Nachbarn hatte, verstanden wir uns sehr gut und als dann das Angebot kam die Wohnung zu kaufen, hätte ich es tatsächlich getan. Ich habe nur zu lange mit meiner Antwort gewartet – was sich letztendlich als richtig erwiesen hat. Man hätte einfach zuviel in den Bau rein stecken müssen, was den relativ günstigen Kaufpreis erklärt. Aber natürlich erzählt einem das ein Verkäufer nicht. Man muss selbst drauf kommen oder Kollegen haben, die sich auskennen.

 Ist schon interessant mit diesen Wesen, die sich Verkäufer, Makler oder was auch immer nennen: sie erzählen einem das Blaue vom Himmel und die meisten glauben ihnen auch noch. Wenn es einen Rekord im vom-Haus-abraten-wenn-Interessenten-fragen-und-der-Makler-daneben-steht gäbe – ich hätte ihn dieses Jahr gewonnen. Isch schwör.
Die Gesichtsfarbe eines Menschen kann sich in sekundenschnelle verändern; so schnell, dass man denkt, vor einem steht ´ne billige Leuchtreklame.

Die Antworten sind immer die gleichen: „nein, das stimmt nicht“ (worauf ich antworte: „doch. Ich zeig’s ihnen“) oder „das war noch nicht so“ (und da ich mittlerweile zehn mal umgezogen  und quasi ein Profi im Abschließen von Mietverträgen bin, kann ich getrost antworten: „ja sicher, ich hab’s mir schriftlich beim Einzug bestätigen lassen“).
Ganz lustig ist auch der Moment, in dem die Makler hingehen und der potentiellen Käufern erklären wollen, dass ein Kaufpreis i.H.v. € 220.000,- durchaus gerechtfertig ist.
Aber na klar, auf jeden Fall! Dass das Dach komplett neu gedeckt, die Heizung neu gemacht und die Terrasse abgerissen werden muss, die 25 Meter hohe Fichte im Garten bald gefällt und noch immer veraltete Öltanks im Keller stehen, die der TÜV nicht abnimmt, machen den Kauf für den Interessenten nämlich gerade erst richtig spannend!

Die aufgestockte 1. Etage, die noch nie gedämmt wurde kostet im Winter auch kaum Heizöl. Macht ja nix: da bei kalten Monaten im Monat nur 700 Liter Öl verbraucht werden und man spontan damit überrascht wird, dass man durch plötzlichen Ölmangel im Keller und einer Wartezeit für neues Öl von fast 1 ½ Wochen schnell die Stromheizungen anschließen muss, was eine mehr als 100%ige Steigerung der Stromrechnung zur Folge hat, macht das ganze doch richtig spannend!
Man lernt mit den Umständen zu jonglieren; Survival im Dschungelcamp kann nicht spannender sein!

Trotzdem habe ich gern da gewohnt. Ich hatte eine günstige Garage und eine Wohnung, die für eine Person eigentlich schon zu groß war; zu zweit allerdings doch ein wenig zu klein. Es fehlte der Ort zum zurückziehen; und den habe ich jetzt: ein riesiges Arbeitszimmer, in dem Klavier, alle Gitarren und was ich noch so alles zum verstauben rum stehen habe seinen Platz gefunden hat. Irgendwann in naher Zukunft gibt’s dann auch da einen Internetzugang und ich könnte mich dann durchgehend in meiner Kaue einschließen; einen Kühlschrank hätte ich ja auch noch über…

Wo wir schon beim Internet sind: jetzt gerade bin ich mal wieder mit meinem Handy als Modem online. Kostet gar nicht so viel, wenn man nur Emails schreibt; die paar Cent habe ich noch übrig. Allerdings steht mein Winterauto schon vor der Tür und der muss auch noch angemeldet werden. Wieder ein Ford.
(Reicht für den Winter…)

In einer Woche habe ich übrigens auch mal wieder einen kleinen Auftritt mit meinem Onkel, dem alten Sack. Ich freu mich drauf; auch wenn es nur ein paar Instrumentalstücke sind. Aber warum auch nicht – so bleibe ich am Ball und kann mich bald wieder auf Stefan’s und mein mind’s eye Projekt stürzen, das zur Zeit leider absolut stockt. Arbeit, Umzug, Renovieren… ich brauche Urlaub von der Kurzarbeit. ;-)

Und den Kurzurlaub gönne ich mir dieses Wochenende: gleich geht’s nach Essen zum Proben, der Familie das Bier weg trinken und den Kühlschrank plündern. Alles wird gut…


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